Etwas Altes, etwas Blaues...

Der wohl am weitesten verbreitete Brauch ist der, bei dem die Braut bei ihrer Hochzeit vier Gegenstände bei sich tragen soll: Einen Alten, einen Neuen, einen Geliehenen und einen Blauen. Vielleicht habt Ihr Euch auch schon einmal gefragt, wo diese Tradition herkommt. Tatsächlich entspringt sie diesem alten englischen Gedicht:

Something old, something new, something borrowed, something blue. And a silver sixpence in her shoe.

Den Namen des Dichters kennt heute niemand mehr, man weiß nur, dass er in England zur Zeit von Königin Victoria lebte. Der Gedanke dahinter war, Familienbesitztümer auch an die Töchter weiterzugeben, die eigentlich vom Erbe ausgeschlossen waren.

Die Bedeutung dieses Hochzeitsbrauchs

Die Langlebigkeit von "etwas Altem" sollte sich auf die Ehe übertragen. "Etwas Neues" sollte für die Vorfreude stehen, welche die jungen Paare angesichts der gemeinsamen Zukunft empfanden. "Etwas Geliehenes" symbolisierte das Glück, dass sich die Brautleute für diesen Tag borgen. Hinter dem Gedanken "sich das Glück zu borgen" steht der Hinweis, dass Glück - wie etwas Geliehenes - sich immer nur kurz zeigt und die Eheleute auch weniger glückliche Zeiten werden meistern müssen. Traditionell steht die Farbe Blau für Reinheit, Liebe und Treue. Werte, zu denen sich jede Braut durch "etwas Blaues" bekennen wollte. Der "silver sixpence" sollte dem jungen Paar Wohlstand für das gemeinsame Leben wünschen.